Die Wasser entlang der Felbertauernstraße

Familienurlaub in der Ferienregion Gitschberg Jochtal

10. Mai 2019 Kommentare (0) Sommer, Sommer-Tipps, Wandern & Bergsteigen

Mit Sternenkundlern nachts durch die Berge

In der Dunkelheit wandern. Das ist nicht gerade üblich. Dabei kann das vor allem in sternklaren Nächten besonders eindrucksvoll sein. Im Kaunertal werden im Sommer solch außergewöhnliche Nachtwanderungen angeboten. Dabei können die Teilnehmer den leuchtenden Sternenhimmel samt Milchstraße bewundern. Und dass der Kaunertaler Nachthimmel tatsächlich sehenswert ist, dafür garantiert die Tatsache, dass hier einer der dunkelsten Orte Österreichs ist. Richtige Dunkelheit und damit eine klare Sicht ins Universum gibt es in unseren Breiten kaum noch. Doch im Kaunertal ist man weit entfernt von sämtlichen Lichtquellen. Verschiedene Sternenkundler helfen den Gästen außerdem bei der Betrachtung und Interpretation der Sternbilder.

Bis zu 6.000 Sterne über der „schönsten Sackgasse der Welt“

Sterne sind nicht nur schön anzuschauen. Jahrtausendelang dienten sie den Menschen zur Orientierung, sowohl zeitlich als auch räumlich und im eigenen Leben. Auch wenn wir heute eher mit GPS, Google Maps und Routenplaner unterwegs sind, faszinierend sind die so unendlich weit entfernten Himmelskörper immer noch. Im Kaunertal, dort wo es nur noch eine Straße und dann einen Gletscher gibt, in der schönsten Sackgasse der Welt, kann man die Sterne besonders gut beobachten. Nicht nur, dass die Nacht hier besonders dunkel ist, man ist dem Himmel auch näher, denn die geführten Nachtwanderungen starten an der Kaunertaler Gletscherstraße auf rund 2.000 Metern Seehöhe. „Im Kaunertal kann man nachts 5.000 bis 6.000 Sterne erkennen, in einer Großstadt nur um die 150“, sagt Alexander Legniti, Sternenkundler und einer der Nachtwanderungs-Guides.

Mit Sternenkundlern und Geschichtenerzählern bei Dunkelheit über die Wanderwege

Treffpunkt der Gruppe mit maximal 20 Teilnehmern ist bei Einbruch der Dunkelheit das Gepatschhaus. Von dort startet die kleine Wanderung unter Führung der Sternenkundler. Damit die Sternenbeobachter nicht ganz im Dunkeln tappen, bekommt jeder eine Rotlichtlampe ausgehändigt, die zwar den Weg gut ausleuchtet, die Augen aber nicht daran hindert, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. So können alle die Sterne bestens betrachten. „Wir möchten mit diesen Wanderungen den Menschen die Magie der Sterne zurückholen“, sagt Norbert Span, ein weiterer Guide und Geophysiker. „Viele haben den Kontakt zur Dunkelheit verloren, aber bei den Nachtwanderungen kann man die Wucht der und Schönheit der Sterne erkennen.“ Während der Wanderung erzählt der Tourguide allerhand Wissenswertes zu den Sternbildern und ihrer Bedeutung, wie wichtig die Dunkelheit für den Organismus der Menschen ist und über das nächtliche Leben von Flora und Fauna in den Bergen. Höhepunkt der Wanderung ist ein speziell ausgewählter Platz, von dem aus man die Sterne und die Milchstraße besonders gut sehen kann. Nach dem beeindruckenden Erlebnis macht sich die Gruppe auf den Rückweg zum Gepatschhaus, wo man das Erlebte bei einem Getränk noch einmal in aller Ruhe Revue passieren lassen kann.

Sechs Termine im Spätsommer zum Sterneschauen

Die Sternen-Wanderungen dauern rund dreieinhalb Stunden, wobei man aber nicht die ganze Zeit unterwegs ist, sondern immer wieder stehen bleibt, um den Blick in den nächtlichen Himmel zu richten. Die Wanderungen finden an gleich sechs Mittwochabenden im Spätsommer statt. Am 14., 21. und 28. August beginnen die Wanderungen jeweils um 20.15 Uhr und enden gegen 23.45 Uhr. Am 4., 11. und 18. September geht es bereits um 19.30 Uhr los und dauert bis etwa 23.00 Uhr. Die Wanderungen durch die Sternennächte sind auf eine Teilnehmerzahl von je 20 Personen beschränkt. Die geführte Tour kostet pro Person 20 Euro, mit Gästekarte nur 15 Euro.

Das Angebot „Sternenerlebnis am Gepatsch“ wurde im Rahmen des Projekts FUTOURIST von der Tiroler Umweltanwaltschaft entwickelt. FUTOURIST hat sich der Förderung der Natur- und Kulturschätze in den Alpen durch sportliche, touristische und umweltfreundliche Maßnahmen verschrieben. Dabei geht es vor dem Hintergrund des Klimawandels vor allem darum, alternative Angebote für stark mit dem Wintersport verbundene Tourismusregionen zu schaffen. Diese neuen Naturerlebnisangebote sollen die regionale Infrastruktur verbessern, die Natur, ihre Eigenarten und die Vielfalt der alpinen Lebensräume stärken und die Lebensqualität der Besucher fördern. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020 gefördert.

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