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18. März 2019 Kommentare (0) Radfahren, Sommer

Mit ÖPNV und Fahrrad durchs Elbsandsteingebirge

Die grenzüberschreitende Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz ist mit spektakulärer Landschaft und guter ÖPNV-Vernetzung ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Ein Bonbon ist das FahrradbusAngebot. Damit bleiben von vielen Höhenmetern und längeren Distanzen am Ende nur noch gemütliche Abfahrten übrig. Am 30. März beginnt die Saison.

Zwischen Dresden und Prag liegt eine der formenreichsten Landschaften Europas. Das Elbsandsteingebirge, auch Sächsische-Böhmische Schweiz genannt, fasziniert mit bizarren Felsnadeln, mächtigen Tafelbergen, stillen Tälern, weiten Feldern und ausgedehnten Wäldern. Diese Kulisse macht die Region für Radfahrer attraktiv, aber wegen der vielen Höhenmeter auch anspruchsvoll. Das bedeutet nicht, dass sie nur Trainierten und E-Bike-Fahrern vorbehalten bleibt. Auch Gelegenheitsradler und Familien kommen hier in den Genuss weiter Ausblicke und langer Abfahrten. Möglich machen das die Kombinationsmöglichkeiten von Fahrrad und ÖPNV. Wer diese geschickt nutzt, entdeckt Punkte, die sonst unerreicht bleiben. Das ganzjährige Netzwerk aus S-Bahn, Regionalbahnen und Fähren wird von Frühling bis Herbst durch Fahrradbusse ergänzt. Ab 30. März fahren sie wieder – und ermöglichen genussreiche Halbtagestouren wie zum Beispiel diese:

Halbtagestouren

Vom Hohen Schneeberg nach Königstein (21 Kilometer) Den erhebenden Ausblick vom höchsten Tafelberg des Elbsandsteingebirges genießen und dann mit dem Fahrrad ins Tal brausen: Wer davon träumt, kann entweder schon einmal anfangen zu trainieren, oder informiert sich über das Fahrradbus-Angebot in der Region. Denn nicht jeder Berg in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz muss aus eigener Kraft bezwungen werden. Einige Busse im Regionalverkehr sind von Frühjahr bis Herbst an den Wochenenden mit Fahrrad-Anhänger unterwegs und bringen Radler zu den schönsten höher gelegenen Ausgangspunkten für Touren und Abfahrten. Zu den spektakulärsten Zielen gehört der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) in der Böhmischen Schweiz, mit 723 Metern der höchste Tafelberg der ganzen Nationalparkregion. Die 21 Kilometer lange Strecke von hier bis ins Städtchen Königstein in der Sächsischen Schweiz ist das Highlight einer deutlich längeren Tagestour. Insgesamt misst die „Tour zum Schneeberg“ 64 Kilometer und bietet 1000 Höhenmeter Anstieg. Wer nur das Sahnehäubchen genießen will, stellt sein Fahrrad in Pirna auf den Anhänger des Fahrradbusses und lässt sich ganz bequem bis zur Haltestelle am Hohen Schneeberg chauffieren. Der Anstieg auf das Bergplateau ist zwar anstrengend, lohnt sich aber in jedem Fall, denn von oben bietet sich ein traumhafter Rundumblick auf die Gipfel der umgebenden Mittelgebirge. Wer mag, kann zusätzlich den Aussichtsturm erklimmen. Bergab geht es durch den Ferienort Rosenthal-Bielatal, von dem an manchen Sommermorgen Dutzende Kletterer zu ihren Abenteuern an den umgebenden Felstürmen ausschwärmen. Ziel der Tour ist die Stadt Königstein am Fuße des gleichnamigen Tafelberges mit seiner legendären historischen Wehranlage. Hier besteht wieder S-Bahn oder Fahrradbus-Anschluss, auch auf dem Elberadweg kann die Tour fortgesetzt werden.

Ebenso sportlich ist die insgesamt 56 Kilometer lange Rundtour „Sandstein und Granit“. Sie beginnt im Norden der Region, da, wo sich Elbsandsteingebirge (Sandstein) und Lausitzer Bergland (Granit) treffen. Von dort führt sie auf wenig befahrenen Straßen meist bergab oder eben durch idyllische Dörfer. Die gesamte Tour endet nach einem höhenmeterreichen Finale wieder am Ausgangspunkt. Doch auch hier gibt es die Möglichkeit, sich per Fahrradbus nur das Filetstück der Strecke herauszupicken. Ausgangspunkt für beide Varianten ist Neustadt/Sachsen, etwa 340 Meter hoch gelegen. Für die Anreise empfiehlt sich ab Bad Schandau die Fahrradbuslinie 260 bis Sebnitz und von hier mit der Regionalbahn weiter bis Neustadt. Anschließend geht es auf wenig befahrenen Straßen bergab durch beschauliche Dörfer. Mal tauchen die Felsen der Sächsischen Schweiz nur in der Ferne auf, mal führt der Weg direkt an ihnen vorbei. Markante Zwischenstation ist der 414 Meter hohe Gickelsberg bei Lohsdorf, ein Millionen Jahre alter, verwitterter Vulkanschlot. Plätschernde Bäche sind ab etwa der Hälfte der Strecke ein ständiger Begleiter und geben den Weg vor. Zum Schluss führt die Tour entlang des beliebten Elberadwegs, vorbei am imposanten Tafelberg Lilienstein bis nach Stadt Wehlen, einem hübschen Städtchen mit mediterranem Flair. Genussradler steigen hier in die S-Bahn oder fahren noch ein Stück auf dem Elberadweg, zum Beispiel bis nach Pirna, um nach einem Stadtbummel von dort mit der S-Bahn den Rückweg anzutreten.

Fahrradbusse

Fahrradbusse verkehren in diesem Jahr vom 30. März bis 3. November an allen Wochenenden und Feiertagen zwischen Bad Schandau und Sebnitz sowie ab Pirna und Königstein ohne Umstieg in die Sächsische und Böhmische Schweiz. Sie bieten auf ihrem Anhänger Platz für bis zu 20 Räder. E-Bikes können nicht mitgenommen werden. In Kombination mit der S-Bahn-Linie durch das Elbtal und der RegionalbahnLinie von Pirna nach Sebnitz, die beide ebenfalls Fahrradmitnahme ermöglichen, ergeben sich vielfältige Optionen für besonders spannende Start- und Endpunkte von Touren.

Radfahrer im Elbsandsteingebirge. Foto: Elberadweg Süd / Dittrich

Tourenplaner und Fahrpläne Informationen zu den vorgestellten Radrouten liefert der Tourismusverband Sächsische Schweiz im Tourenplaner auf seiner Webseite unter https://karte.saechsische-schweiz.de. Fahrpläne und Tarife der Fahrradbusse können über die OVPS – Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH unter der Telefonnummer 03501 792 160 und über den Verkehrsverbund Oberelbe unter der VVO-Infohotline 0351 852 65 55 erfragt oder unter www.vvo-online.de und www.ovps.de eingesehen werden. ■

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